Wärmebrücken

Wärmebrücken bergen ein nicht zu unterschätzendes Heizenergieeinsparpotential. Aber auch bei der Sorge um ein schimmelpilzfreies Raumklima spielen Wärmebrücken eine große Rolle. Wie groß das Ausmaß, besonders bei einem Altbau sein kann, wird, – wie im Titelbild dieses Beitrags zu sehen – mit Hilfe der Thermografie deutlich.

Wärmebrücke oder Kältebrücke – was denn nun?

Es war einmal … vor langer Zeit, da wurde die Schwachstelle in der Konstruktion, bei der eine raumluftwarme Fläche mit kalter Außenluft in Kontakt kommt und sich abkühlt, als Wärmebrücke bezeichnet. Heute, fast vierzig Jahre später, reden plötzlich alle von einer Kältebrücke – meinen aber damit denselben kritischen Punkt.

Wärmebücke

Ein von der Raumtemperatur erwärmtes Bauteil kühlt sich in der Regel an der kalten Außenluft ab. Die Wärme wandert von einem hohen zu einem niedrigeren Energeiniveau. Ein hohes Energieniveau liegt dann vor, wenn sich die Teilchen schnell bewegen. Sie bewegen sich immer zum Kühleren hin und werden dabei langsamer, je mehr die Masse abkühlt. Und genaugenommen ist das deswegen auch keine Brücke, sondern ein Strom, der Wärmestrom. Also wenn schon Brücke, dann dann eine Brücke FÜR die Wärme hin zur Kälte.

Landläufig umgangssprachlich ist das Verständnis von einer Wärmebrücke allerdings eher so, als wenn die Kälte in das Bauwerk kriechen würde. Häufig sagt man ja auch, dass von da oder da „die Kälte reinzieht“. Damit ist jedoch das körperliche, subjektive Empfinden gemeint. Bauphysikalisch und energetisch ist es jedoch immer die Wärme, die zur Kälte hin abwandert. Ohne dieses Phänomen hätten wir keinen „El Ninjo“, die Atlantikströung, die unsere Breiten erwärmt. Die Wärmeverluste, die von warm nach kalt zu verzeichnen sind, bezeichnet man als Transmissionswärmeverluste.

Man kann es wohl so oder so sehen. Es gilt beides. Tendenziell schließe ich mich aber, wenn es in diesem Blog um Architektur, Bauphysik und Bauwerke geht, der wissenschaftlichen Meinung an und daher werde ich in diesem Zusammenhanger immer von einer Wärmebrücke sprechen.

Arten von Wärmebrücken

Es gibt mehrere Arten von Wärmebrücken, teilweise sind Wärmebrücken auch mehreren Gruppen zuzuordnen.

  • Konstruktive Wärmebrücken
    Ein klasssicher Fall für eine konstruktive Wärmebrücke liegt zum Beispiel bei er einer auskragenden, aber thermisch von der Geschossdecke nicht getrennten Balkonplatte vor.
  • Ähnlich ist es auch vor bei den Heizkörpernischen von Altbauten und dem – meist ungedämmten – Rolladenkasten.
  • Materialbedingte Wärmebrücken
    entstehen immer dann, wenn die Wärmeleitfähigkeit zweier oder mehrerer Bautoffe, die aufeinandertreffen, unterschiedlich sind. Das können z.B. Fassadenanker sein oder auch eine gemauerte Zwischenwand, die im Dachgeschosse die Dämmebene durchdringt, ebenso die Wangen von Dachgauben und innenliegende Regenfallrohre oder Kaltwasserleitungen in beheizter Umgebung.
  • Geometrische Wärmebrücken
    entstehen überall da, wo eine kleine, warme Innenfläche auf eine wesentlich größere kalte Aussenfläche trifft. Das ist zum Beispiel immer bei Außenwänden in den Gebäudecken der Fall.

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